von Basti

September 20, 2020

Ich bin naturgemäß ein sehr unordentlicher Mensch. Das treibt nicht nur andere Menschen zur Weißglut, sondern auch mich selbst, denn eigentlich weiß ich ganz genau, dass ich mir durch das Halten von Ordnung viel Zeit und auch Stress sparen würde. Zumindest was mein Büro angeht, kann ich mittlerweile aber behaupten, dass Ordnung halten mir inzwischen viel einfacher fällt als früher. Ein wichtiger Schritt zum Erhalten meiner Ordnung war der, zu verstehen, dass Ordnung halten ein durchgängiger Prozess ist und nicht durch einmaliges Aufräumen gelöst werden kann. Die hier vorgestellten 9 einfachen Gewohnheiten ermöglichen es mir mittlerweile, fast nebenbei Ordnung halten zu können.

#1 Das schreckliche Schreibtisch-Dilemma

Eines meiner größten Probleme zu Hause war lange Zeit der Schreibtisch. Leider verschenkt man unwahrscheinlich viel Zeit, wenn man diesen nicht ordentlich hält. Zu viel liegt im Weg, wichtige Dokumente verschwinden unter riesigen Papierstapeln, der passende Stift wird nicht gefunden. Daher ist meine eiserne Regel Nummer 1: am Ende des Tages muss alles am Schreibtisch wieder auf seinen Platz zurück.

Und tatsächlich benötigt diese unglaublich wirksame Regel noch nicht einmal viel Zeit. 5 Minuten genügen normalerweise völlig, um am nächsten Tag wieder frisch starten zu können. Hilfreich dafür sind auch die nächsten beiden Regeln.

Dazu auch: Die Grundregel Nummer 1 für Ordnung

#2 Stapel sind erlaubt

Damit genau dieses Papier-Chaos nicht Einzug in dein Leben hält, benötigst du einen festen Ort für deine Materialien. Das A und O guter Ordnung zu Hause ist daher das Errichten eines sinnvollen und verständlichen Ablagesystems. Dafür benötigst du noch nicht einmal irgendwelche besonders teuren Ablagen, es reichen sämtliche Plastikablagen, die sich mit Etiketten oder einer Etikettiermaschine beschreiben lassen.

Wichtig ist dabei nur, dass die Ablagen sinnvoll eingesetzt werden. Das bedeutet einerseits, dass für alle anfallenden Papiere auch eine Ablage vorhanden ist. Andererseits sollten diese Ablagen auch nicht zu detailliert werden, da du sonst einen eigenen Raum für deine Ablagen benötigst. Es ist schwierig dir hier ein System zu empfehlen, da es ganz von deinem individuellen Arbeiten abhängt. Ich persönlich habe Ablagen für Versicherungsdokumente, Bank-Dokumente, Unterrichtsmaterialien, die ich digitalisieren möchte, Rechnungen, Steuerdokumente und Sonstiges.

Lies dazu auch: Ordnungssystem für Lehrer

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#3 Der „Wo soll es hin“-Korb

Ein Konzept, das sich auch in mein im Ordnungskurs erläutere, ist der Wo soll es hin“-Korb. Mit diesem handhabe ich alles, wofür ich im Moment keinen Platz habe. Dieser Klappkorb wartet unscheinbar hinter einem Regal auf seinen Einsatz. Immer dann, wenn ich feststelle, dass ich für eine bestimmte Art von Gegenstand oder Material keinen Platz habe, wird dieser beim Aufräumen zunächst in diesen Korb verfrachtet.

Sollte ich sofort Zeit haben, mir einen Platz zu suchen, würde ich das natürlich auch tun. Dieser Korb ist nur für den Fall, dass im Moment keine Zeit für das Schaffen neuer Ordnung vorhanden ist. So habe ich aber immerhin einen Platz, an dem ich wiederum weiß, dass alle möglichen Dinge zwischengelagert werden können. Das System hat sich für mich sehr bewährt und ich kann es dir nur empfehlen.

#4 Ordnung halten durch halbjährliche Trennung

Wie du vielleicht weißt, bin ich ein großer Fan des regelmäßigen Ausmistens. Leerer Platz füllt sich aber immer wie von selbst von Neuem, weswegen es mit einmaligem Ausmisten niemals getan ist. Für mich findet daher dieser Prozess zweimal im Jahr statt, idealerweise eben zum Jahresanfang und zum Halbjahr. Diese Termine bieten sich an, da sie von selbst stattfinden und nicht extra eingeplant werden müssen.

Zu diesen Zeiten gehe ich tatsächlich alle meine Materialien, Bücher, Schreibwaren usw. ausführlich durch, nehme alles in die Hand und entscheide mich für das Behalten oder eben zu verkaufen, verschenken oder wegzuwerfen. Diese halbjährliche Tradition hat dafür gesorgt, dass im Laufe der Jahre mein Bestand an Dingen auf einen Bruchteil zusammengeschrumpft ist. Vermisst habe ich noch nie etwas.

Mehr dazu: 3 Gründe, dein Büro auszumisten

#5 Die 2-Minuten-Regel

Viel Unordnung entsteht dadurch, dass man kleine Aufgaben aufschiebt. Hier hilft die 2-Minuten-Regel. Diese besagt, dass alles, was in 2 Minuten oder weniger erledigt werden kann, eben sofort erledigt werden sollte. Der Aufwand hierfür ist nämlich so gering, dass jede Verzögerung völlig unnötigen Mehraufwand generiert.

Ausnahmen dafür gibt es natürlich immer. Beispielsweise lasse ich mich nicht in meinem Workflow durch kleine Aufgaben unterbrechen, da dadurch die Konzentration gestört wird. Aber im Allgemeinen ist zu sagen, dass diese Regel extrem hilfreich dabei ist, Unordnung zu vermeiden und Zeit zu sparen.

Lies dazu: 13 Tipps für störungsfreies Arbeiten zu Hause

#6 Kopflosigkeit schafft Probleme

Wenn du dich überstürzt an die Arbeit machst, passiert ist dir sehr schnell, dass du ein übergroßes Maß an Unordnung produziert. Das liegt daran, dass du viel zu viele Hilfsmittel herbeiholst und im Stress der knappen Zeit vergisst, sie wieder an ihren Platz zu stellen. Daher plädiere ich auch hier, wie so oft, dafür, alle Aktivitäten im Voraus zu planen.

So bist du dir viel mehr darüber im Klaren, was du eigentlich benötigst. Zudem verfällst du nicht in Stress oder Panik, denkst mehr über deine Aktionen nach und produzierst weniger unnötige Arbeit und Unordnung.

#7 Ordnung halten in der Schule – Arbeit verteilen

Grundsätzlich gelten alle Regeln der Ordnung zu Hause auch für deinen Arbeitsplatz. Hier hast du, gerade im Klassenzimmer, noch einen weiteren Vorteil: du bist nicht alleine. Es ist nicht nur für dich einfacher, arbeiten an deine Schüler auszulagern, sondern gibt auch meistens den Schülern ein gutes Gefühl.

Zuverlässige Dienste sind die Grundlage eines jeden Miteinanders im Klassenverband. Dazu gehören eben auch Dienste für Ordnung, beispielsweise Müllentleerer, Kehrer oder auch Einsammler. Je weniger Aufgaben selbst erledigen musst, desto besser kannst du dich auf Erziehung und Unterricht konzentrieren.

Mehr zu Klassendiensten bei Betzold.de.

#8 Hinterfrage dein Kaufverhalten

Ein Grund, aus dem Lehrer-Arbeitszimmer oft aus allen Nähten platzen, ist, dass wir uns oft immer noch für Jäger und Sammler halten. So wird auf Schulbuchmessen kräftig eingekauft und eingesammelt und am Black Friday halb Amazon leer gekauft. Das hierbei irgendwann der Platz ausgeht, ist logisch.

Ein paar Fragen können dir vielleicht dabei helfen, dass so etwas nicht geschieht.

3 Fragen zum Kaufverhalten

Frage 1: Weiß ich schon, wann ich es brauche? Lautet die Antwort „Nein“, so rate ich dir auf jeden Fall davon ab, einen Gegenstand zu kaufen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass du ihn nämlich niemals wirklich verwenden wirst.

Frage 2: Brauche ich es öfter als einmal? Nur dann macht es in den meisten Fällen nämlich Sinn, etwas wirklich zu kaufen. Ansonsten lässt sich ein solcher Gegenstand durch etwas anderes ersetzen oder spielt keine so zentrale Rolle.

Frage 3: Kann ich es auch ausleihen? Wenn ja, macht das Kaufen sowieso keinen Sinn.

Diese und weitere Fragen bespreche ich ausführlicher im Ordnungskurs.

Qualität vor Quantität

Eine weitere Grundregel für mein persönliches Kaufverhalten ist mittlerweile „Qualität vor Quantität“. Zu oft in man im Leben habe ich billiges Arbeitsmaterial gekauft. Zu oft habe ich es auch unbenutzt wieder weggeworfen. Meine Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die teuren Materialien eher aufgebraucht werden, Stifte weniger schnell eintrocknen und ich generell einfach lieber damit arbeite.

One in, one out

Zudem sei auch noch das „One in, One out“-Prinzip erwähnt. Auch dieses kann dich davon abhalten, übermäßig Gegenstände anzuhäufen. Es besagt, dass für jeden neuen Gegenstand ein alter Gegenstand das Haus verlassen soll. Auch daran versuche ich mich mittlerweile zu halten, mit dem Resultat, dass meine Übersicht erhalten bleibt.

#9 Nie mit leeren Händen gehen und Ordnung halten

Das Prinzip „Nie mit leeren Händen gehen“ besagt eben genau das: wann immer du durch das Haus wanderst, kannst du auch gleich Ordnung schaffen, indem du zumindest Gegenstände in den richtigen Raum bringst. Über die Tage ist es nämlich nur ganz natürlich, dass Gegenstände ihren Raum wechseln. Wenn du es dir zu Angewohnheit machst, diese regelmäßig an ihren Platz zurückzubringen, entfallen ausgedehnte aufräumen Aktionen. So hältst du fast nebenbei Ordnung.

Fazit – Ordnung halten leicht gemacht

Ich selbst bin wie gesagt Chaot. Die hier vorgestellten Möglichkeiten helfen aber sogar mir, meine Unordnung in erträglichem Maß zu halten. Dabei sind die meisten davon wirklich nicht zeitaufwendig. Es lohnt sich auf jeden Fall, der ein oder anderen Methode mal eine Chance zu geben.

So kannst du weitermachen

Solltest du inspiriert worden sein, auch mal dein Zimmer auszumisten, kannst du dich an meiner Ausmist-Challenge versuchen.

Bis zum nächsten Mal.

Und denk dran: auch Lehrer haben ein Recht auf Zeit.

Dein Basti


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About the author 

Basti

Lehrer mit Fetisch für Zeitmanagement :-)

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