12 positive Gewohnheiten für besseres Zeitmanagement

12 positive Gewohnheiten für besseres Zeitmanagement, lehrer-zeit.de

Du kommst in der Schule an, wie immer ausgeschlafen, voller Power und guter Laune. Nach dem Betreten des Lehrerzimmers stellst du als erstes deine Tasche ab und wie von selbst wanderst du zur Kaffeemaschine für den ersten Kaffee des Schultages. Am Ende des Tages hast du wieder fünf neue Striche auf deiner Kaffeeliste. Wie ist das denn passiert? Ganz einfach, weil du nicht nur am Morgen deinen Kaffee trinkst, sondern jedes Mal, wenn du das Lehrerzimmer betrittst. Es handelt sich hierbei um eine dieser Gewohnheiten, die du dir mit der Zeit angeeignet hast. Vielleicht kommt dir das ja auch bekannt vor. Es gibt vieler solcher, meist unbewusst ablaufenden Mechanismen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Gewohnheiten – Was ist das eigentlich?

Eine Gewohnheit ist eine Tätigkeit, die in bestimmten Situationen automatisch abläuft. Meistens gibt es dafür einen speziellen Auslöser. Dieser Punkt ist beim Erlernen und Verlernen von Gewohnheiten sehr wichtig. Dadurch, dass die Tätigkeit in bestimmten Umständen nämlich wiederholt eingesetzt wurde, wird sie irgendwann, ohne unser Zutun, unterbewusst und selbstständig eingeleitet.

Evolutionär ist es durchaus von Vorteil, dass der Mensch bestimmte Gewohnheiten etabliert. Es wäre ja eher störend, wenn du selbstständig daran denken müsstest, bei Sauerstoffmangel wieder einzuatmen. Gewohnheiten befähigen uns also, Energie zu sparen und uns auch anderweitig beschäftigen zu können. Leider gibt es auch negative, (meist unfreiwillig) erlernte Gewohnheiten.

Jeder kennt natürlich genügend Beispiele schlechter Gewohnheiten, die durch eine bestimmte Situation oder einen Reiz ausgelöst werden. Der Griff zum Kaffee bei Betreten des Büros, das Eis im Schwimmbad, die Zigarette danach (nach dem Essen natürlich, du Ferkel…). Alle werden durch eine bestimmte Situation ausgelöst (Büro betreten, Kiosk im Schwimmbad besucht, Essen beendet) und man ist sich oft selber nicht darüber im Klaren.

Es gibt jedoch zwei gute Nachrichten für dich:

  1. Es gibt auch positive Gewohnheiten
  2. Gewohnheiten können verlernt und erlernt werden

In diesem Artikel werde ich dir positive Gewohnheiten auflisten, die jedem Lehrer beim Zeitmanagement sehr nützlich sein können. Nächste Woche gehe ich auf Gewohnheiten zum Selbstmanagement ein. In einem späteren Artikel zeige ich dir, welche negativen Gewohnheiten du dir abgewöhnen solltest und warum. Und zu guter Letzt werde ich dir in einem weiteren Artikel erklären, welche einfachen Schritte zum Erlernen oder Verlernen von Gewohnheiten nötig sind. Schon gespannt? Dann nichts wie los.

Hier findest du die weiteren Artikel der Reihe:

8 positive Gewohnheiten für besseres Selbstmanagement

Lehrer und negative Gewohnheiten

Als Lehrer Gewohnheiten erlernen und verlernen

12 Positive Gewohnheiten, die Lehrern beim Zeitmanagement helfen

1. Feste Arbeitszeiten einplanen

Wäre es nicht super, wenn du es endlich schaffen würdest, deine Arbeitszeiten zu planen und diesen Plan dann auch einzuhalten? Vielleicht hast du es ja schon versucht, bist aber gescheitert. Auch mir ging es so und auch jetzt falle ich (glücklicherweise selten) aus den festgelegten Zeiten. Wichtig dabei ist, nicht beim ersten Versuch aufzugeben. Über die Vorteile eines Tagesplans habe ich bereits in diesem Artikel berichtet.

2. Ähnliche Aufgaben stapeln

Damit zusammen hängt auch das “Stapeln von ähnlichen Aufgaben.” Hier findet sich enormes Potential zur Zeitersparnis. Ähnliche Aufgaben werden zu einem bestimmten Zeitpunkt bearbeitet. Beispielsweise bereitest du gleich am Stück eine komplette Sequenz vor, oder erledigst deinen Unterricht für die kommende Woche an einem festen Tag. Lies hierzu meinen Artikel “Wie Lehrer durch Stapeln Zeit sparen

3. Regelmäßige und sinnvolle Pausen

Genauso wichtig wie feste Arbeitszeiten sind auch regelmäßige Pausen. Diese jedoch vor dem PC zu verbringen, um seine Facebook-Seite zu checken, ist jedoch kontraproduktiv. Stattdessen ist es sinnvoll, sich kurz zu bewegen, frische Luft zu schnappen, irgendetwas zu tun, was den Körper wirklich Erholung bringt. Hier findest du einen guten Artikel mit verschiedenen Tipps zu Pausen.

4. Freizeit fest einplanen

Zusätzlich zu den Pausen, läuft natürlich auch das Privatleben des Lehrers immer wieder Gefahr, hinter größeren Arbeitsbergen zu verschwinden. Daher ist es sehr sinnvoll und hilfreich, für seine Freizeitaktivitäten feste Zeiten einzuplanen, sie also zur Gewohnheit zu machen. Blockiere dir einmal die Woche Zeit für dein Hobby. Verabrede dich zur regelmäßigen “Date Night” mit deinem Partner/deiner Partnerin. Lege feste Zeiten für Sport fest. Wenn du deine Freizeitaktivitäten zu  Gewohnheiten machst, wirst du irgendwann automatisch nicht mehr auf sie verzichten.

5. Unterbrechungen vermeiden/Zeit verteidigen

Eine weitere sinnvolle Gewohnheit ist es, bei der Arbeit für eine störungsfreie Umgebung zu sorgen. Oft genug wird unsere Konzentration durch das klingelnde Handy gestört. Nach einer solchen Störung dauert es mindestens 10 Minuten, um wieder auf das alte Konzentrationslevel zurückzukommen. Über diesen sogenannten “Sägezahneffekt” und die Vorteile einer störungsfreien Umgebung habe ich den Artikel “Störungen vermeiden – Lehrer und Störungen” verfasst.

Sich selbst vor Störungen zu schützen, ist nicht gerade einfach. Nicht alles liegt hierbei in der eigenen Hand. Umso wichtiger ist es, sich selbst störungsfreie Zeit zu gewähren und diese auch vor seinen Mitmenschen zu “verteidigen.” Dazu müssen klare Regeln etabliert und angewandt werden. Dies geschieht zumeist nicht von heute auf morgen, sondern ist ein längerer Prozess. Dieses Verteidigen zu einer Gewohnheit zu machen, kann langfristig jedoch zu enormer Entlastung führen.

6. Die 2-Minuten-Regel

Kleine Aufgaben sofort erledigen schafft viel Freiraum im Kopf. Wer gerade die winzigen Tätigkeiten immer wieder aufschiebt, steht irgendwann vor einem riesigen Aufgabenberg. Zur Vorbeugung hilft die 2-Minuten-Regel: Alle Aufgaben, die zwei Minuten oder weniger zur Erledigung benötigen, werden sofort erledigt. Lies hierzu meinen Artikel. Dies führt mich direkt zum nächsten Punkt.

7. Jetzt erledigen statt Ausreden zu suchen

Das Aufschieben unliebsamer Aufgaben führt letztendlich zu einer enormen Belastung. Je mehr solcher Tätigkeiten sich sammeln, umso erschlagener fühlt man sich bei der Betrachtung seiner Aufgabenliste. Es kann also nicht früh genug damit begonnen werden, sich von der “Aufschieberitis” zu befreien. Lerne, dich selbst zu anzutreiben, dich selbst von Ausreden abzuhalten. Es ist eine der größten Errungenschaften guten Zeitmanagements, wenn man Aufgaben baldmöglichst angeht. Hierbei finde ich die nächste Technik sehr hilfreich.

8. Eat The Frog

Bei dieser Technik erledigst du die ekelhafteste Aufgabe des Tages vor allen anderen. Es gibt immer eine Aufgabe, auf die man am allerwenigsten Lust hat. Wenn du diese allerdings als erstes erledigt hast, bist du befreit. Das Gefühl, das Schlimmste hinter sich zu haben, ist wunderbar und ermöglicht ein freudigeres Arbeiten für den restlichen Tag. Mir hilft es dabei, meine Eat The Frog – Aufgabe schon am Vortag zu planen. So weiß ich, was mich erwartet und ich bin noch weniger dazu verleitet, etwas aufzuschieben.

9. Alles sofort notieren

Häufig kommen Zeitmanagement-Probleme zustande, weil man den Überblick über seine Aufgaben verliert. Daher ist es sehr wichtig, sich alles immer sofort zu notieren. Hierzu zählen auch Ideen oder neue Inputs, die man gerne ausprobieren möchte. Wie diese Dinge notiert werden, ist eigentlich nebensächlich. Ich verwende das Smartphone, ein Notizbuch kann aber genauso funktionieren. Wichtig ist ein für dich durchdachtes System, welches immer zugänglich und jederzeit verfügbar ist.

10. To Do Liste führen und pflegen/ im Blick behalten

Dies gilt natürlich besonders für To Do Listen. Das Notieren neuer Aufgaben muss hier unbedingt zur Gewohnheit gemacht werden. Viel schwieriger ist es dann noch, diese Listen auch im Blick zu halten. Sie müssen regelmäßig überprüft und angepasst werden, sonst sind sie von vorneherein überflüssig. Das Pflegen der To Do Listen sollte unbedingt zu deinen Gewohnheiten gehören. Lies dazu auch meinen Artikel “Lehrer und To Do Listen“.

11. Nein sagen lernen

Fast genauso wichtig, wie deine To Dos, sind deine “Not To Dos.” Nein sagen, ist nicht immer einfach, kann aber erlernt werden. Es ist wichtig, sich selbst und anderen Grenzen zu setzen. Nur auf diese Weise kann man sich wichtige Freiräume erarbeiten. Zu oft lässt man sich, gedrängt durch das schlechte Gewissen, zu Aufgaben überreden, für die man im Moment einfach keine Zeit hat. Andere Lebensbereiche leiden darunter. Lerne, nein zu sagen.

12. Aufräumen und Ordnung halten

Last but not least: Die Ordnung. Ein sauberer Arbeitsplatz hilft ungemein bei der Konzentration. Du betrittst ihn mit einem besseren Gefühl, als wenn du erst riesige Papierberge aus dem Weg räumen musst. Dabei ist es eine relativ leicht zu erlernende Gewohnheit, am Ende seiner Arbeit noch 3 Minuten den Tisch frei zu räumen. Lies dazu meinen “Ordnung im Arbeitszimmer – Büro organisieren”.

Das kannst du sofort tun

Auf keinen Fall solltest du sofort damit beginnen, alles verändern zu wollen. Der größte Fehler beim Erlernen neuer Gewohnheiten ist, sich keine Zeit zu lassen und mehrere davon parallel anzugehen. Daher mein erster Tipp: Beginne mit einer neuen Gewohnheit und versuche, diese einen Monat lang umzusetzen. Suche dir beispielsweise eine der 12 hier genannten Gewohnheiten aus, die dir im Moment am hilfreichsten erscheint. Nun wendest du diese Technik einen ganzen Monat lang an. Du wirst sicher bald eine Veränderung spüren. Das Gratis-PDF “Gewohnheiten (v)erlernen” hilft dir dabei.

Welche weiteren wichtigen Gewohnheiten zum Zeitmanagement kennst du? Welche dürfen bei keinem Lehrer fehlen? Lass mich wissen, wenn ich dir eine spannende neue Idee liefern konnte!

Bis zum nächsten mal.

Und vergiss nicht: Auch Lehrer haben ein Recht auf Zeit.

Basti

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