Arbeitszeit von Lehrern: Was Lehrer aus der GEW-Studie lernen sollten

Arbeitszeit von Lehrern - GEW Studie - lehrer-zeit.de: Selbstmanagement und Zeitmanagement für Lehrer, gegen Stress und Burnout

Im Januar wurde die Expertise „Zeiterfassungsstudien zur Arbeitszeit von Lehrkräften in Deutschland“  der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) veröffentlicht. Hier wurde die Arbeitszeit von Lehrern genauer untersucht. Die Erkenntnisse dieser Studie sind in meinen Augen so brisant und relevant für jeden Lehrer, dass ich die wesentlichen Ergebnisse hier zusammenfassen möchte. Anschließend zeige ich dir, welchen Einfluss die Erkenntnisse auf dein Lehrerdasein haben sollten. Lies das Fazit dieses Artikels unbedingt, es enthält sicher für jeden wichtige Denkansätze.

Grundsätzliches zur Studie

Was ist diese Expertise eigentlich?

In dieser Expertise wurden 20 Studien seit 1958, welche eine Aussage über die Arbeitszeit von Lehrern liefern, analysiert und ausgewertet. Hierbei wurde unter anderem untersucht, wie sich die Arbeitszeiten der Lehrer verändert haben und wie sie sich zusammensetzen. Auf diese Weise soll Klarheit über dieses von Mythen und Vorurteilen geprägte Feld geschaffen werden.

Vorneweg: Was man sofort kritisieren kann

Ich möchte gleich zu Anfang darauf hinweisen, dass man an einer solchen Studie natürlich unendlich herumkritisieren könnte. Zunächst könnte man einer Studie der GEW unterstellen, von vorneherein natürlich „pro Lehrer“ an ein Forschungsthema heranzugehen. Als Bildungsgewerkschaft ist es klarerweise die Aufgabe der GEW, sich für die Situation von Lehrerinnen und Lehrern einzusetzen.

Neben eines möglichen Vorwurfs der „Voreingenommenheit“ lässt sich sicherlich auch methodisch einiges an der Expertise kritisieren. Beispielsweise schreiben die Autoren selbst, dass die verschiedenen Studien nicht immer leicht zu vergleichen sind und teilweise auch nur ungenaue Aussagen über die Arbeitszeiten liefern.

Trotzdem hat die Studie eine enorme Relevanz, da sich gewisse Entwicklungen bei der Arbeitszeit von Lehrern durchgehend untersuchen lassen und auch gewisse Tendenzen sehr eindeutig sichtbar werden. Lies die Studie am besten selbst, wenn du dir dazu eine genauere Meinung bilden möchtest.

Die Ergebnisse der Studie zusammengefasst

1. Warum es so schwierig ist, die Arbeitszeit von Lehrern zu erfassen

Ich denke, jeder Lehrer sah sich schon einmal dem Vorwurf ausgesetzt, eh nicht zu arbeiten und den ganzen Tag faul zu Hause zu sitzen. Der Grund dafür ist klar: Für Außenstehende ist es nur schwer nachzuvollziehen, wie die Arbeit eines Lehrers abläuft. Auch bestimmte Institutionen verschließen sich aus diesem Grund gegen das oft kritisiere Arbeitspensum der Lehrer.  Dies ist mit ein Grund für die vorliegende GEW-Studie: einen wissenschaftlichen Blick auf die Arbeitszeit von Lehrern zu werfen.

Auch die Autoren selbst nennen eine klare Ursache, die es so schwer macht, die Lehrer-Arbeitszeit zu bemessen: Ein großer Teil der Arbeitszeit eines Lehrers findet zu Hause statt und ist daher ohne Hilfsmittel nicht für andere nachprüfbar. Dies zieht verschiedene Konsequenzen nach sich:

  • Die Arbeitszeit gilt generell als „unbestimmbar“ (vgl. S. 11)
  • Daraus resultiert die Regelstundenvorgabe, das sogenannte Deputat.
  • Befragungen von Lehrern werden selten als relevant betrachtet, weil sie nicht den wissenschaftlichen Ansprüchen genügen
  • Der Dienstgeber nimmt sich aus der Verantwortung, da jeder Lehrer selbst für seine Arbeitszeit verantwortlich sei. (vgl. S. 13)

 

2. Kritik am Deputatsmodell

Das Deputat, also die Vorgabe der Regelstunden, die jeder Lehrer in der Schule abzuhalten hat, wird in der Studie kritisiert.

Zunächst geht dieses Modell zurück auf das Jahr 1873 (kein Schreibfehler), also auf die Kaiserzeit. Diese Tatsache an sich ist ja schon recht spannend und ein Hinweis darauf, dass eine Neuausrichtung nicht zu früh kommen würde.

Das Deputat der Lehrer ist seit nun über 100 Jahren nahezu unverändert geblieben, wogegen sich die Wochenarbeitszeit von Industriearbeitern halbiert und auch die von „anderen“ Beamten stark verringert wurde (vgl. S. 18). (Fairerweise muss man jedoch erwähnen, dass die Arbeitszeiten der Lehrer im Vergleich zu vor 100 Jahren trotzdem abgenommen haben.)

Oft werden in diesem Zusammenhang die gesunkenen Klassengrößen als Rechtfertigung für diese (Nicht-)Entwicklung angegeben. Vom Grundgedanken her logisch: Kleinere Klassen, weniger Arbeit auch bei gleichbleibendem Deputat. Tatsächlich unterrichtete mein Großvater nach dem Ende des Krieges eine Klasse mit 60 Schülern, heute undenkbar.

Die Realität sieht jedoch trotzdem ein wenig anders aus. Zeitgleich mit dem Absinken der Klassengrößen kommt es natürlich auch immer weiter zu einem Anstieg der Anforderungen an die Lehrkraft. Inklusionsvorschriften, steigende Heterogenität der Schüler, veränderte Ansprüche an Methoden und Unterrichtsformen und vieles mehr verändern den Lehreralltag von Jahr zu Jahr. Das Deputatsmodell ist daher vermutlich zu einfach gedacht.

3. Die Arbeitszeit der Lehrer – Zusammenfassung der Ergebnisse

Bei der Auswertung der Studien wurde ein Vergleich zwischen IST- und SOLL-Arbeitszeit der Lehrer angefertigt. Als SOLL-Arbeitszeit wurde von der 40-Stunden-Woche ausgegangen, die in den meisten Branchen und auch bei anderen Beamten üblich ist. Diese Zeit wurde der IST-Zeit, also der tatsächliche gearbeiteten Zeit gegenübergestellt. Zur besseren Vergleichbarkeit und um die Ferien der Lehrer auch in die Analyse mit einbeziehen zu können, wurde mit der Jahresarbeitszeit gerechnet.

Stark verallgemeinert lassen sich folgende Grunderkenntnisse feststellen:

  • Die SOLL-Jahresarbeitszeit eines Lehrers beträgt 1780 Stunden.
  • Diese SOLL-Arbeitszeit wird hierbei in 18 von 19 Studien um durchschnittlich bis zu 10 % überschritten. (vgl. S. 59)
  • Am meisten arbeiten Gymnasiallehrkräfte, wobei sich die Grundschullehrer in den letzten Jahren stark angenähert haben. (vgl. S. 64 und 95)
  • Bei über 50% der Lehrer ist die 7-Tage-Woche der Regelfall. Es fehlt daher durchgehend an Erholzeiten. (vgl. S. 65 und 96)
  • Die psychische Belastungder Lehrer ist durchschnittlich zu hoch und es bestehen große Gesundheitsrisiken. (vgl. S. 95)

4. Wovon die Arbeitszeit eines Lehrers abhängt

Hier möchte ich einen Punkt herausgreifen, den sich so mancher Leser hoffentlich besonders zu Herzen nehmen wird: Der Standardabweichung der Arbeitszeit bezeichnet den maximalen Unterschied zwischen einem Lehrer der sehr viel arbeitet und einem der sehr wenig arbeitet.  Dieser Unterschied zwischen verschiedenen Lehrertypen beträgt 618 Jahresarbeitsstunden.

Diese Zahl sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das sind immerhin 25 Tage, also beträgt der Unterschied zwischen den stärksten Ausprägungen der Lehrerarbeitszeit fast einen ganzen Monat. Wie aber kommen diese Unterschiede zustande? Die Studie nennt zwei wesentliche Faktoren:

a) Die Rahmenbedingungen

Natürlich spielen verschiedene Rahmenbedingungen eine große Rolle auf die Arbeitszeit eines Lehrers. Dazu gehören die folgenden:

  • Klassenstufe
  • Fächer
  • Klassengröße
  • Funktionen (die Arbeitszeiten steigen von Lehrkräften über Klassenlehrer, Fachleitern zu Schulleitern durchgehend an)

Diese Erkenntnis stellt vermutlich keine große Überraschung dar. „Augen auf bei der Fächerwahl“ heißt es ja manchmal so ermutigend und hilfreich. Man kann diese Tatsachen jedoch nicht ignorieren. Leider sind diese Umstände oftmals nicht beeinflussbar.

b) Die individuelle Einstellung zur Arbeit

Die  Studie stellt einen klaren Zusammenhang zwischen Einstellung und Persönlichkeit des Lehrers zur Arbeitszeit her (vgl. S. 72). Die Arbeitszeit wird zwar sehr wohl von äußeren Bedingungen beeinflusst. Der Lehrer an sich trägt jedoch auch mit seiner individuellen Herangehensweise an Beruf und Arbeit einen großen Teil zum Arbeitspensum bei.

Lehrer nutzen ihren freien Entscheidungsspielraum eben unterschiedlich aus. Von „Perfektionismus“ über „gut genug“ zu „Dienst nach Vorschrift“ gibt es eben ein sehr breites Spektrum an Lehrerpersönlichkeiten. Daher hat jeder Lehrer auch einen großen Einfluss auf seine eigene Arbeitszeit (dazu mehr im Fazit).

Eine weitere, spannende Erkenntnis findet sich beim Blick auf die Korrekturzeiten. So wurde nachgewiesen, dass sich die Korrekturzeit bei steigender Klassengröße nicht ändert. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass jeder Lehrer grundsätzlich zügig arbeiten kann, wenn er muss. Dies bestätigt nur einmal mehr das Parkinsonsche Gesetz, nach dem sich jede Arbeit auf den Zeitraum ausdehnt, den man ihr eingesteht.

c) Die Rolle der Teilzeitarbeit

Die Expertise bringt auch sehr ernüchternde Erkenntnisse für alle Teilzeitkräfte. In einer Studie von Häbler/Kunz (1985) zeigte sich, dass Teilzeitarbeit durchschnittlich zu einer Erhöhung der IST-Arbeitszeit führt (vgl. S. 77). Wer Teilzeit arbeitet, arbeitet also tendenziell zu viel. In konkreten Zahlen bedeutet das (laut dieser Studie):

  • Volle Stelle: 16% Mehrarbeit (ca. 6,5 Stunden auf insgesamt 46,5 Stunden)
  • ¾ – Stelle: 23 % Mehrarbeit (ca. 7 Stunden auf insgesamt 37 Stunden)
  • 2/3 – Stelle: 36 % Mehrarbeit (ca. 5,5 Stunden auf insgesamt 35,5 Stunden)
  • ½ – Stelle: 46 % Mehrarbeit (ca. 9,5 Stunden auf insgesamt 29,5 Stunden)

(Die Prozentzahlen stammen aus der genannten Studie, das Rechenbeispiel stammt von mir, ausgehend von einer 40-Stunden-Woche)

Diese Ergebnisse bestätigen den Eindruck, den ich aus Gesprächen mit verschiedenen Teilzeitlehrkräften gewonnen habe: wer Teilzeit arbeitet, leistet größere Mehrarbeit, als jemand mit Vollzeitstelle. Das ist durchaus logisch: Der Teilzeitlehrer muss trotzdem zu Konferenzen, nimmt auch an seinen freien Tagen an Schulfahrten teil, ist genauso (oder sogar häufiger) von Vertretungsstunden betroffen.

Diese Zahlen legen nahe, dass Teilzeit gut überlegt sein sollte. Gerade beim Vergleich zwischen der ¾ -und der ½- Stelle zeigt sich, dass die tatsächlichen Arbeitszeiten die zusätzlichen Lohneinbußen nicht rechtfertigen. Oftmals wirkt sich Teilzeit nur auf das Gehalt aus, nicht aber auf das Stresslevel.

5. Wie sich die Arbeitszeit von Lehrern zusammensetzt

An dieser Stelle bestätigt die Expertise, was die meisten Lehrer schon lange vermutet haben: Der Anteil der tatsächlichen Unterrichtszeit sinkt fortwährend. Konkret lassen sich folgende Entwicklungen feststellen:

  • Der Anteil der tatsächlichen Unterrichtszeit ist in den letzten 60 Jahren von 50 % auf 40 % gesunken (also reiner Unterricht, ohne Korrekturzeiten)
  • Der Anteil unterrichtsnaher Lehrarbeit (Korrekturen, Vorbereitung, Praktika) ist relativ gleichbleibend bei ca. 30 %.
  • Der Anteil weiterer Tätigkeiten hat sich von 20 % auf ca. 30 % vergrößert. Dazu zählen unter anderem Fahrten, Funktionsarbeit, Konferenzen, Schüler- und Elternarbeit, Arbeitsorganisation, Weiterbildung)

6. Das Fazit der GEW-Studie

Die Autoren sehen im Prinzip zwei Erkenntnisse als besonders relevant (vgl. S.91 ff.):

  1. Lehrer entwickeln aufgrund der hohen Arbeitsbelastung riskante „arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster“. Dies führt langfristig zu einer hohen Gesundheitsgefährdung.
  2. Die Einstellung zum Beruf ist neben den gegebenen Rahmenbedingungen erstaunlich wichtig für ein vernünftiges und gesundes Maß an Arbeit. Die Selbststeuerungsfähigkeiten des Lehrers müssen verstärkt unterstützt werden.

Fazit: Was kannst du aus der GEW-Studie lernen?

Ich möchte hier noch einmal die Punkte der Expertise herausgreifen, die mich besonders zum Nachdenken angeregt haben.

1. Wir arbeiten zu viel. Punkt.

Der Vorwurf, wir seien alle faul, wird sich nicht so bald aus den Köpfen der Menschen verdrängen lassen. Teilweise glauben wir es doch auch schon selbst. Und natürlich gibt es, wie in jedem Beruf, schwarze Schafe, die noch nicht einmal Dienst nach Vorschrift leisten.

Aber in dieser Studie wird deutlich: Trotz der schwarzen Schafe kommt es immer noch zu einer durchschnittlichen Mehrarbeit von bis zu 10 %. Das bedeutet auch: Um diese durchschnittlichen 10 % zu erreichen, sind viele Lehrer vermutlich auch 20 oder 30 % über ihrer SOLL-Zeit.

Wir haben einen wichtigen Beruf, auch wenn mancher nicht müde wird, etwas anderes zu behaupten. Und doch dürfen wir uns eines vor Augen führen: Im Durchschnitt arbeitet der Lehrer zu viel. Und daran gibt es auch erstmal nichts zu rütteln.

Da hilft auch als das Gejammer nichts, wir seien zu gut bezahlt und hätten eh so viele Ferien und überhaupt, es könne doch nicht so schwer sein, Schülern lesen beizubringen. Abgesehen davon, dass diese Aussagen eh Quatsch sind, sind die verschiedenen Studien eindeutig: Lehrer arbeiten eher zu viel, als zu wenig.

Und du musst dir nun überlegen, ob du das tatsächlich möchtest oder ob du etwas daran ändern willst. Scheinbar tragen wir nämlich auch einen guten Teil selbst dazu bei.

2. Der enorme Unterschied bei den Arbeitszeiten

Verschiedene Leser haben mir schon teilweise fast verzweifelte Emails geschrieben, mit der Frage: „Denkst du wirklich, man kann Zeitmanagement lernen?“ Mein Antwort lautet immer: „Ja, schau mich Chaoten an.“ Die Ergebnisse dieser Expertise bestätigen meine Ansicht.

Unterschiede von teilweise bis zu 600 Jahresarbeitsstunden zwischen verschiedenen Lehrkräften sind sehr extrem. Doch selbst wenn man nur von 300 Stunden ausgeht, stellt sich doch die Frage: Wie ist das möglich? Nur die Rahmenbedingungen alleine können dafür nicht verantwortlich sein.

Jeder Selbstständige muss sich irgendwann Gedanken über sein Zeitmanagement machen. Lehrer, die auch einen großen Teil ihrer Arbeit selbstgesteuert und unter eigenen Zeitvorgaben verbringen, tun dies jedoch viel zu selten. Das Resultat sehen wir in dieser Studie.

Dass die individuelle Einstellung zur Arbeit einen enormen Einfluss auf die Arbeitszeit hat, ist eigentlich auch keine große Erkenntnis. Jeder hatte in der Schule diesen einen Lehrer, der noch seine Erdkundekarten von vor der Wende an die Schüler verteilt hat. Der war sicherlich nicht mit 10% über seiner SOLL-Zeit.

Doch diese Negativ-Beispiele rücken das Zeitmanagement in ein schlechtes Licht. Zeitmanagement bedeutet nicht, faul zu werden, sondern sinnvoll und zielgerichtet zu handeln. Und das muss man lernen. Es wird dir in der Uni oder im Referendariat nicht beigebracht, wie du zügig und sinnvoll Unterricht planst. Du musst deinen Weg entdecken und dich heran tasten, besser werden.

Und daran ist nichts Verwerfliches. Ich persönlich gehöre jedenfalls lieber zu denen, die ihre Arbeit im Rahmen ihrer SOLL-Zeit gut abschließen, als mich zu überarbeiten.

3. Was du aus den Korrekturzeiten lernen kannst

Die Vermutung, dass jeder Lehrer selbst Einfluss auf seine Arbeitszeit nehmen kann, wird durch den Zusammenhang zwischen Klassengröße und Korrekturzeiten deutlich. Es hat sich gezeigt, dass bei steigender Klassengröße die Korrekturzeit nicht zunimmt.

Das bedeutet, dass Lehrer bei zunehmender Klassengröße zügiger korrigieren. Es stellt sich die Frage: Warum hat dieser Lehrer vorher nicht zügig korrigiert? Die Antwort liefert das Parkinsonsche Gesetz.

Dieses besagt eben, dass sich Arbeit in dem Maße ausdehnt, in dem man ihr Zeit einräumt.

Beispiel: Ein Lehrer mit 20 Schülern benötigt zwei Stunden für die Korrektur einer Arbeit. Hat er plötzlich 2 Schüler mehr, hat er unterbewusst das Gefühl, zügiger arbeiten zu müssen, um weiterhin im Rahmen dieser zwei Stunden zu bleiben. Er arbeitet daher automatische effizienter, hinterfragt vielleicht nicht mehr so viel wie vorher, ärgert sich weniger über die Schülerfehler usw.

Wenn dieser Lehrer sich seiner Fähigkeit, effizient zu korrigieren, nur bewusst gewesen wäre. Dann hätte er nämlich auch seine 20 Schüler schneller korrigiert (Nämlich in 120 min : 22 * 20 = 109 min, um ein bisschen nerdig mit dem Dreisatz anzugeben 😉

Übertragen auf andere Bereiche der Arbeit gilt dann logischerweise das Gleiche. Du kannst effizient Stunden planen, wenn du musst (weil du beispielsweise ins Kino gehst und keine Zeit hast, bis spät abends zu arbeiten). Warum tust du es also nicht immer?

Schlussfazit

Das Fazit lautet also: Es besteht durchaus die Möglichkeit, effizienter zu arbeiten. Du musst dir nur dieser Möglichkeit bewusst werden und das Potenzial ausschöpfen. Das ist kein Prozess, der von heute auf morgen klappt, sondern einer, der Arbeit und Entwicklungszeit benötigt. Aber es lohnt sich.

Ich glaube, diese Studie ist sehr wichtig für unser Selbstverständnis und die Sicht auf unseren Beruf. Was denkst du dazu? Hinterlasse einen Kommentar und sende den Artikel an Freunde und Kollegen, die er interessieren könnte, damit wir uns alle gemeinsam austauschen können.

 

Bis zum nächsten mal.

And do not forget: Even teachers have a right to time. Believe it! 😉

Basti

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